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Donnerstag, 14. März 2013

Die Sucht nach dem Essen

Lebensmittelskandale sind in der heutigen Zeit fast nichts außergewöhnliches mehr. 


Doch Gammelfleisch und Co. sind nur die Spitze des Eisberges... 



By User: Rainer Zenz [CC-BY-SA-3.0], via Wikimedia Commons


Lebensmittelskandale

Deutschland wird derzeit überschwemmt mit negativen Schlagzeilen bezüglich Lebensmitteln. Pferdefleisch wird als Rind deklariert, abgepackte Wurst und Fleisch werden aus "Gammelfleisch" hergestellt, und Hühnerbrüste - verkauft in deutschen Kantinen - sind mit Antibiotika kontaminiert. Bio-Eier werden als solche verkauft, stammen aber in Wahrheit von riesigen kommerziellen Zuchtbetrieben, in denen die Tiere unwürdig und unter Bedingungen gehalten werden, die in die Kategorie 'Tierquälerei' eingeordnet werden müssen.



Die Tricks der Lebensmittelkonzerne:

Diese bewusste Täuschung der Verbraucher ist selbstredend zu verurteilen und zu bestrafen. Was darüber hinaus jedoch kaum jemandem bekannt ist: die kühle Berechnung der Lebensmittelkonzerne bezüglich ihrer Produkte.

Die Gesundheit der Konsumenten wird bewusst und ohne Zögern aufs Spiel gesetzt, um ihn zu immer mehr Konsum zu 'zwingen'. Dies funktioniert in  der Lebensmittelbranche vor allem durch drei Zusatzstoffe: Salz, Zucker, und Fett. Mithilfe dieser natürlichen Zusätze werden Konsumenten förmlich abhängig gemacht. Wer hat nicht schon Chips gegessen und sich dabei ertappt, nicht mehr aufhören zu können?

Und diese Zusätze sind vor allem in einem Vorhanden: Snacks (wie Chips, Schokolade, ...)
und - Fertiggerichten.

Neue Studien zeigen, dass die Deutschen pro Jahr ca. 38 kg Zucker zu sich nehmen. Sage und schreibe 83 % dieser Menge stecken dabei in Fertiggerichten.


Das Resultat spricht Bände:

Laut aktuellen Studien ist jeder fünfte deutsche Erwachsene und jedes zehnte deutsche Kind fettleibig. Zwei Drittel der Männer und die Hälfte aller Frauen gelten als übergewichtig.

Die Forschung um Chips und Joghurt mit Flakes (Joghurt mit der Ecke) verschlingt Millionen. Kein Detail wird dabei vernachlässigt - egal ob es sich um die optimale Lautstärke beim zerbeissen von Chips oder die Glücksgefühle von Kindern beim Vermischen von Joghurt und Flakes.

Die großen Konzerne nehmen dabei wie selbstverständlich die Gesundheit ihrer Kunden in Kauf, um immer mehr Gewinn abzuschöpfen. Im gleichen Atemzug wird dabei mit Slogans geworben, die den Konsumenten glauben lassen, dass was er da zu sich nimmt, sei auch noch gesund - ein Müsliriegel scheint ja an sich etwas gute zu sein. Dass der aber oftmals nur aus 10 % Müsli und 70 % Zucker besteht, wissen viele nicht.


Frage der Ideologie:

Wie so viele Phänomene in unserer Gesellschaft ist auch dieses auf das ständige Streben nach Gewinn zurück zu führen. Dies ist bis zu einem bestimmten Maß auch vertretbar und nachvollziehbar. Die Grenze ist jedoch erreicht, wenn Verbraucher bewusst getäuscht werden - oder aber mit scheinbar guten und gesunden Produkten abhängig gemacht werden.

Nicht zufällig erkranken immer mehr Menschen an den sogenannten Zivilisationskrankheiten -  Diabetes, Arteriosklerose, Bluthochdruck, ...
Durch den enormen Zucker-, Fett- und Salzkonsum, gepaart mit immer weniger Bewegung werden sich diese Krankheiten immer weiter ausbreiten.

Es ist an der Zeit, dass viele sich dessen endlich bewusst werden und darüber nachdenken. Vielleicht ist es doch besser, sich eine halbe Stunde Zeit zu nehmen, und aus frischen Zutaten selbst zu kochen, anstatt sich in derselben Zeit ein Fertigprodukt warm zu machen.

Als Tip: eine tolle Institution, die sich mit dem Thema Lebensmittel und Verbraucherschutz befasst, ist foodwatch.

In diesem Sinne...


P.S.: Selbst kochen ist nicht nur gesünder, sondern schmeckt auch besser. Einfach mal ausprobieren.

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