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Sonntag, 23. Dezember 2012

Nachhaltigkeit die Erste

Nachhaltigkeit ist ein Thema, mit dem sich immer mehr, v.a auch junge, Menschen konfrontiert sehen. Wie soll man handeln, um möglichst einen Beitrag zur ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit zu leisten? Worauf ist zu achten? Wie steht es bei den meisten Unternehmen um die Nachhaltigkeit? Was steckt dahinter, wenn große Unternehmen mit Nachhaltigkeit werben?

Blick für das Paradox


Bei genauem Hinsehen eröffnet sich einem der Blick für das Paradox des wirtschaftlichen Denkens des Systems. Die Wurzel des Übels ist in der wirtschaftlichen Konvention zu suchen. Unternehmen – egal wie groß oder klein sie sein mögen – streben am Ende immer nach einer omnipräsenten Maxime: dem Gewinn. Bernd Senf, emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre, hat diesem Umstand ein ganzes Buch gewidmet, dem große Teile dieser Abhandlung entspringen. Gewinn als Leitgedanke in kapitalistischen und marktwirtschaftlichen Systemen.


Wie wird Gewinn definiert?


Doch wann spricht man eigentlich von Gewinn? Beziehungsweise, wie wird Gewinn definiert? Wenden wird uns erst der zweiten Frage zu, denn diese ist mitnichten einfacher zu beantworten. Von Gewinn ist – wohl systemunabhängig – die Rede, wenn die Erträge (eines Produktes) die Aufwendungen (also alles zur Produktion nötige) übersteigen. Klingt logisch. Somit stellt sich also eine triviale neue Frage: wie werden die Aufwendungen definiert? Dazu stellen wir uns – der Einfachheit halber – eine europäische Fischerei vor. Um Ertrag zu erwirtschaften benötigt diese vier zentrale Dinge: (a) Boote, (b) Kapital, (c) Mitarbeiter, (d) Fisch. Und erst wenn die Erträge aus dem Fischverkauf diese vier Kostenfaktoren übersteigen, wird von Gewinn gesprochen. Bei näherer Betrachtung der vier Faktoren fällt jedoch auf, dass diesen – man möchte sagen auf perfide Art und Weise – unterschiedlich Rechnung getragen wird. Doch eins nach dem anderen und alles zu seiner Zeit. Im ersten Teil sollen zunächst einmal die ersten beiden Kostenfaktoren beleuchtet werden.

  • (a) Die Boote des Unternehmens müssen gewartet und in Stand gehalten werden, wofür Kapital zur Verfügung stehen muss. Das bedeutet, dass ein Teil des erwirtschafteten Ertrags in die Wartung der Boote investiert wird, um deren Leistungsfähigkeit über einen möglichst langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Denn die Boote verlieren Jahr um Jahr an Leistungsfähigkeit. Außerdem wird für den Fall eines Defekts ein Geldbetrag zur Seite gelegt, um ein neues Boot kaufen zu können. Erst wenn diese Positionen bedient sind, kann der Überschuss als Gewinn verbucht werden. Diese Instandhaltung und Reproduktion stellt eine in der Wirtschaft gängige Praxis dar und scheint auch ökonomisch sinnvoll, ja sogar notwendig zu sein. Denn ohne Boote kann eben auch kein Fisch gefangen werden…
  • (b) Das Kapital, das in das Unternehmen investiert wird, soll – egal ob Eigen- oder Fremdkapital – einen Ertrag erwirtschaften. Sonst könnte zum Einen das Eigenkapital auch einfach in andere Anlagen investiert werden, die einen (höheren) Gewinn bringen. Und zum Anderen könnten ja die Tilgungen und Zinsen auf Fremdkapital nicht bedient werden (auf das Thema Zinsen soll hier der Einfachheit halber nicht näher eingegangen werden). Dem Kapital kommt also eine elitäre Bedeutung zu: hier soll nicht nur der Bestand gesichert werden, sondern darüber hinaus dieser Bestand noch vermehrt werden. Erst nach Erfüllen dieser Bedingungen ist in unserem Verständnis von Gewinn die Rede.

Es zeigt sich also, dass den beiden genannten Kostenfaktoren in besonderem Maße Rechnung getragen wird. Im bald folgenden Teil werden die anderen beiden Faktoren behandelt. Die Abartigkeit des kaufmännischen und politischen Denkens wird sich also noch zeigen.

In diesem Sinne, Daniel 



Hier geht's zu Teil 2: Nachhaltigkeit die Zweite

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