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Mittwoch, 19. Dezember 2012

Modernisierung - ein Fluch?

Andreas Popp bringt die Dinge - wie immer - vortrefflich auf den Punkt. Wir leben in einer Welt respektive Gesellschaft, die an Perversion nicht zu überbieten ist. In einer, wohlgemerkt, modernen Welt, deren Modernisierung der Bevölkerung zum Verhängnis wird.

Doch nicht der Modernisierung wegen, eher der Trägheit der Masse wegen. Wie Popp so schön sagt: "Satte Menschen gehen nicht auf die Straße."

Oder, verallgemeinert: "Satte Menschen sind träge."

Ernährung:

Ein zentraler Punkt im Bereich der Modernisierung ist das Essen, oder genauer gesagt: die Möglichkeit, mit minimalen Ausgaben ein Maximum an Essen zu beziehen. Dass sich dieses Maximum auf die Quantität und nicht auf die Qualität bezieht, muss nicht weiter diskutiert werden. Im Supermarkt stehen Meterlange Tiefkühltheken mit Fertiggerichten, die die schönen Namen 'recht & billig', 'k-antike', etc tragen und mit Zusatzstoffen vollgepumpt sind. Die Masse will schließlich ernährt werden. Dass diese Billigprodukte nur scheinbar billig sind und über Subventionen (oder auch: Steuergelder) finanziert werden, soll nur beiläufig bemerkt werden. Dazu eine kleine Statistik am Rande: Die Deutschen geben so wenig für Nahrungsmittel aus, wie kaum eine andere Nation. Hauptsache billig. Was drin ist, ist Wurst. Oder Käse. Doch wohl nur in den seltensten Fällen trifft dies auch auf den wahren Inhalt zu. Wenn im Supermarkt ein halbes Schwein für 5,99 € verkauft wird, kann dies wohl kaum qualitativ hochwertig sein. In Deutschland gemästet (nicht gefüttert), in Polen geschlachtet und zerlegt, und in Deutschland wieder verkauft. Und das alles für knappe 6 €? Doch es scheint eben auch kein Schwein - oder die wenigsten - zu interessieren. Dass sich all dieser Müll, der da von einer Mehrheit verschlungen wird, nicht positiv auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die psychische Kapazität auswirkt, ist nicht verwunderlich. Der Sonntagsbraten, der früher bei Oma noch gang und gäbe war, sollte eine Renaissance erfahren. Obst und Gemüse als Zwischensnack. Eine gesunde Ernährung als Beitrag zur kognitiven Wiederbelebung. Ein Ausführlicher Kommentar zur Ernährung folgt eventuell an anderer Stelle.

Tarnmantel Telekommunikation?

Doch die Modernisierung bringt unter dem Deckmäntelchen der verbesserten Telekommunikation noch ein zweites Problem mit sich. Wie Popp sagt: "Über die Medien wird ein neues Volk gemacht." Oder, wie ich in meinem Beitrag 'Konvention und Macht' schrieb, wer die Information beherrscht, beherrscht das Volk. Diese Information ist heute omnipräsent. Egal ob wartend am Hauptbahnhof, an einer einsamen Bushaltestelle, oder zu Hause. Über Infoscreens, I-Phones etc. werden einem die 'neuesten' Informationen dargeboten. Das, was einem da gezeigt wird, wird allerdings kaum noch hinterfragt. Denn überall steht ja dasselbe. Bietet sich doch an, das zu glauben. Ist auch einfacher. Und dass die Menge nicht auf dumme Gedanken kommt, werden ihr mit der Unterhaltungsbranche selbst tiefste Bedürfnisse befriedigt. 'Deutschland sucht das Supertalent', 'Y-Faktor', 'Bauer gesucht', aber auch Soaps wie 'Alles das wichtig ist' etc (die Liste ist unendlich lang) wirken wie Beruhigungsmittel auf die geschundene Seele. Hier kann sich der Michel gehen lassen, und muss auch nichts denken - was er ja eh nicht tut. Man wird ja wohl auch träumen dürfen.

'Brot und Spiele'

Zusammen wirkt dieses Gebräu aus Fress-Mitteln und Unterhaltung höchst giftig. Dass dieses Mittel keines der Moderne ist, zeigt uns die Antike: 'Panem et Circenses' lautete das Motto im alten Rom. 'Brot und Spiele'. Auch hier wurde die Unterjochung und das Dahinsiechen der Bevölkerung unter dem Deckmantel der Volksernährung und der Unterhaltung versteckt. Der Unterschied zur Modernisierung zeigt sich einem, wenn man morgens in den Zug steigt. Bereits 10-jährige bedienen I-Phones, wo die Leute früher Zeitung gelesen haben werden jetzt bis zu 3 Smartphones gleichzeitig bedient. Die Frequenz der Verblödungs-Information hat ZUgenommen. Und wird von der breiten Masse dankend ANgenommen.

Das Problem liegt also nicht in der Modernisierung, sondern darin, wie wir sie nutzen. Die Trägheit des satten Menschen eben.

In diesem Sinne, Daniel

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