Podcast

Sonntag, 16. Dezember 2012

Konvention und Macht

Das Streben nach Macht:

Die Menschen sind Wesen, die vor allem anderen nach Macht streben. Doch was steckt eigentlich hinter dem Begriff 'Macht'? Wie manifestiert sich Macht? Wie kann sie erklärt werden?

Mit dieser Frage hat sich auch der Philosoph Michel Foucault umfassend beschäftigt. Seine Ausführungen sind – zugegebener Maßen – recht ausführlich und kompliziert. Nichtsdestotrotz gelingt es Foucault, die Struktur der Macht derart aufzuschlüsseln, dass sie problemlos auf die derzeitige Situation transferierbar ist.

Zentrale Elemente:

Die zentralen Elemente in dieser Auflösung sind Discours, Wissen und Macht. Discours bezieht sich mehr oder weniger auf Paradigma, Konvention und Information. Unser Wissen wird durch unsere vergangenen Erfahrungen determiniert. Hier bildet sich bereits die Schnittstelle zwischen den beiden Elementen heraus: Erfahrungen sind auf Information und Konvention angewiesen. Wer also diese Information und Paradigmen bestimmt und beherrscht, bestimmt unser Wissen, denn wir akzeptieren für gewöhnlich die Wahrheit, die uns angeboten wird. Ob diese Wahrheit jedoch der Realität entspricht, ist eine andere Frage…

In der heutigen Zeit:

Übertragen und vereinfacht kann dies simpel veranschaulicht werden. Unsere Generation (der End-Zwanziger) und (mehr oder weniger) auch die Generation unserer Eltern sind mit stetigem Fortschritt aufgewachsen. Andere Situationen sind uns mittlerweile völlig unbekannt und unvertraut. Daher wehren sich die meisten auch gegen die Vorstellung, gegen die allgemein anerkannte Paradigmen zu denken.

Getreu dem Motto:

'Unser Geldsystem hat doch bisher wunderbar funktioniert, wieso soll es also gerade jetzt zusammenbrechen?'

Doch wer bestimmt die Konventionen und Paradigmen?

Das entscheidende Problem ist, dass die Mehrheit verlernt hat, kritisch zu denken, auch vermeintlich klare Dinge zu hinterfragen. Man könnte auch sagen: man muss aus den vorhandenen, auf Paradigmen, Konventionen und Erfahrungen beruhenden Gedächtnisstrukturen ausbrechen, kritisch denken, neue Strukturen bilden, um damit herrschende Machtgefüge aufzubrechen. Wer dies jedoch tut, wird heute leider allzu schnell als Verschwörungstheoretiker verurteilt. Warum? Weil er gegen vergangene Erfahrung, vermeintlich klare und gegebene Tatsachen, ja, gegen 'Wahrheiten' verstößt. Es scheint nicht mehr erwünscht, dass der Mensch selbstständig denkt.

Schullehrpläne werden standardisiert, um Schülern die geltenden Paradigmen und Konventionen einzuhämmern, und an Universitäten wird nur nach Konvention gelehrt. Es ist jedoch an der Zeit, die 'Wahrheit', die uns verkauft wird, endlich zu durchbrechen und nach der Realität zu suchen, neue Gedächtnis-Strukturen aufzubauen. Nur so können auch komplexere Zusammenhänge verstanden und aufgelöst werden.

Und wenn dies uns am Ende dazu führt, dass sich die herrschenden Paradigmen und Konventionen als richtig oder gut erweisen, haben wir durch das Hinterfragen nichts verloren:

den eigenen Horizont zu erweitern kann schließlich nie schaden.

In diesem Sinne, Daniel 

P.S.: Hierzu auch dieses Video mit Andreas Popp von der Wissensmanufaktur:


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